… bin ich Amy aus den USA in Begleitung ihres Bruders und seiner Frau begegnet. Alle in den Mitte 50ern.
Auf die Frage, „Warum machst Du den Camino?“ kam von Amy ein selbstironisches „Midlife Crisis“. Relativiert keine Krise, sondern eine „Bestandsaufnahme des Lebens“: Amy hatte sich in über 30 Jahren nur um die Familie mit 5 Kindern, dabei eine Tochter mit besonderen Sorgebedarf gekümmert. Sich dabei einfach selbst verloren. Amy war nur für andere da, musste im sozialen Umfeld funktionieren und hatte auch nicht den Mut, einfach mal etwas für sich selbst zu tun.
Gefragt nach „Was erhoffst Du Dir vom Camino?“ freut sich Amy einfach einmal ein paar Tage selbstbestimmt zu sein, sich mit anderen Menschen auf dem Weg auszutauschen. Um überhaupt einmal zum Nachdenken zu kommen, wer sie eigentlich ist, was sie für sich ändern möchte. Damit sie sich selbst wieder oder neu finden kann. Sich dabei aber auch weiter um andere kümmern kann.
„Authentisch“ bedeutet für sie, diesen Wunsch nach „Selbstsein“ auch auszuleben.

